Die Playstation Vita ist auf dem Markt…Stimmt, nur in Asien. Wir haben Sony’s neuen Wunderhandheld importiert und sagen Euch, ob es sich lohnt.
Mit der Playstation Vita hat sich Sony wieder etwas mehr auf das Gaming konzentriert. Erschienen im Jahre 2005, versprach der Handheld jede Menge Unterhaltungsmöglichkeiten; sei es zu Hause oder gar Unterwegs. Das Gerät ist im Vergleich zur Playstation Portable stark verändert. Es fängt hier schon in der Größe an. Legt man beide Geräte nebeneinander, erkennt man den Unterschied schon leicht. Die Vita scheint auf den ersten Blick wesentlich größer und handlicher, was sich letztendlich auf das Spielerlebnis auswirkt. Das Display ist nun ein 5″ OLED-Display, welches mit scharfen und knackigen Grafiken glänzt. Desweiteren kann man, je nachdem, wie viel Geld man ausgeben möchte, eine Vita mit 3G-Modul kaufen. Sprich man kann unterwegs im Internet surfen und Multiplayer-Spiele bestreiten. Desweiteren besitzt das Gerät einen Touchscreen und ein Touchpad auf der hinteren Seite.
Kommen wir zum großen Moment: Das erste Anschalten des Gerätes. So erscheint beim Hochfahren der Vita erst einmal die obligatorische Erstinstallation, wo man seine PSN-ID und W-Lan-Daten eingeben kann. Ist dies getan, kommt noch ein kleiner Trailer zum Vorschein, der die Vita ein wenig erklären soll. Nachdem das Video vorbei ist (was man übrigens nicht überspringen kann), betritt man endlich den heiligen Schrein der Playstation Vita: Das Hauptmenü. Wir erinnern uns zurück, als Sony die Playstation 3 und die Playstation Portable mit dem XMB, dem Cross Media Bar, vorgestellt hat. Jetzt geht man einen anderen Weg und scheint es den Touch-Smartphones nachzumachen. Die einzelnenen Funktionen sind nun als App-Blase angeordnet, wobei 10 Applikationen auf eine Seite passen. Wird der Platz mal zu klein, wischt man mit dem Finger nach unten und erreicht den nächsten Bildschirm, welchen man mit weiteren Demos und Programmen füllen kann.

Und eines wird hier schon klar. Die Vita möchte portabler sein, als die Vorgängerkonsole. So erinnert vieles, wie ich schon oben erwähnt habe, an ein modernes Smartphone. Angefangen bei der Bedienung bis hin zum Umgang mit den Apps. Gesteuert wird im Menü nicht mehr mit den üblichen Tasten, sondern komplett über Touch. Es kommt einem vor, als ob die Tasten der Vita defekt seien. Das täuscht, denn beim Spielen werden die Tasten quasi wieder reaktiviert und verrichten ihre Arbeit tadellos. Besonderes Lob hat Sony hier mit dem zweiten Analogstick verdient, welcher sich wie bei einem DualShock-Controller auf der rechten Seite befindet. Dies verleiht einem ein gewohntes Spielgefühl. Das verbesserte Spielgefühl wirkt sich speziell auf Shooter und Spiele mit einer Kamerasteuerung aus.

Was sehr schön ist: Die Vita bringt von Haus aus eine Lernapp mit, in welcher der Nutzer die ersten Erfahrungen mit den verschiedenen Steuerungsarten machen kann. Im “Begrüßungsscenter” darf der vordere Touchscren, das hintere Touchpad, das Mikrofon und das Gyroskop getestet werden. Eifrige Trophäensammler wird es freuen, dass es sogar hier schon die Ersten zu sammeln gibt. Angelehnt an die Playstation 3-Trophäen bekommt man für bestimmte Aufgaben eine virtuelle Belohnung. Über die Trophäenapp kann sich der User die erspielten Belohnungen angucken und mit seinen Freunden vergleichen. Sogar die Playstation3-Trophäen werden angezeigt, sofern der verbundene Playstation Network-Account welche besitzt.

In Sachen Mobilität hat Sony der Vita eine App namens “Near” spendiert. Mit dieser könnt ihr, sofern eure Vita ein 3G-Modul besitzt, naheliegende Spieler orten lassen und so spontan eine Multiplayer-Partie starten. Desweiteren beherrscht die Vita endlich das Multitasking. Sprich wenn ihr auf einem Spiel raus ins Hauptmenü wollt, drückt man einfach die Playstation Home-Taste und landet sofort in der App-Übersicht, von wo aus wir ins Hauptmenü springen können.
Die App-Übersicht ist eine Art Vorschau auf die Applikation, die man starten will. Wenn man im Hauptmenü auf eine App tippt, erscheint bevor die App startet diese Übersicht. Über diese kann man die wichtigsten Sachen und Neuheiten der jeweiligen Anwendung auf einen Blick sehen. Wenn jetzt z.B. Uncharted ein neues DLC spendiert bekommt, sehen wir das sofort auf der Anwendungskarte. Und direkt über diese Karte können wir dann die Apps starten. Insgesamt können bis zu 10 dieser Karten auf einmal offen haben. Laut Sony kann man auch während des Spielens über das eingebaute Mikrofon mit Freunden per Voice-Chat sprechen. An Ermangelung an bekannten mit einer Vita habe ich das leider nicht testen können. Was jedoch funktioniert hat, ist in den Playstation Store zu gelangen. Doch zuerst das ernüchternde: Man kann auf der Vita nur einen aktiven Playstation Network-Account nutzen. Möchte man sich in einen anderen Account einloggen, verweigert dieses der Handheld. Die einzige Lösung ist das zurücksetzen der Vita. Damit verliert man nicht nur alle zuvor erspielten Speicherstände. Fatal ist die Tatsache, dass wenn man ein gekauftes Spiel in die Vita geschoben und gespielt hat, dass die Trophäen nur noch mit dem PSN-Account funktionieren, welcher gerade aktiv war. Also wenn man den Account wechselt, kann man mit diesem keine Trophäen mehr ergattern. Sonys toller Versuch, den Gebrauchtmarkt ein wenig einzudämmen. Ich halte davon nichts. Trotzdem habe ich erstmal meinen japanischen Account eingetragen, um natürlich auch Demos laden zu können. Da Sony auch bestimmte 3rd-Party-Apps zulässt, gibt es im Store auch eine Twitter- und eine Flickr-App, welche ihre Dienste wunderbar auf der Vita verrichten. So reicht die Twitter-App vollkommen aus, wenn man auf die schnelle einen Tweet absetzen möchte, denn das Schreiben klappt ähnlich wie auf einem Touch-Smartphone einwandfrei.


Kommen wir nun zum Herzstück des kleinen Wunderwerks: Den Spielen. Auch diesesmal hat Sony sich nicht lumpen lassen und einige große Titel zum Release auf den Spieler los. Ich selbst habe mir zum Start Uncharted: Golden Abyss und Everybody’s Golf 6 sichern können. Beide Titel sind sowohl in Übersee als auch in europäischen Gefielden sehr beliebt und eignen sich sehr gut, die Eigenschaften der Vita darzustellen. Speziell bei ersterem Titel, da die Uncharted-Reihe auf der Playstation 3 aufgewachsen ist und immer mit atemberaubender Grafik und einer tollen Story überzeugen konnte. Auch dieses Mal ist es den Jungs von Naughty Dog gelungen, einen fähigen Titel zu entwickeln. Ob es jedoch ratsam war, den Titel direkt zum Start anbieten zu wollen, ist eine andere Frage. Doch werden Uncharted-Fans hier wieder komplett auf ihre Kosten kommen. Der Titel soll nicht nur laut Entwickler länger als 10 Stunden dauern, auch kann man hier die verschiedenen neuen Steuerungsarten austesten. Da die Vita ja nur von neuen Funktionen strotzt, sind diese auch intelligent ins Spiel integriert. Folgende Situation sollte es gut verdeutlichen: Im Spiel haben wir des häufigeren Kletterpassagen, welche wir ganz normal per Analogsticks + Buttons meistern können. Doch ist es nun möglich, einfach per Touchscreen den Kletterpfad “nachzuziehen”. Ist der Weg gezogen, beginnt Nathan Drake sofort mit dem Klettern in dem Pfad, welchen ihr ausgesucht habt. Möglichkeiten mit den hinteren Touchpad der Playstation Vita gibt es natürlich auch. So können wir beim Klettern den altmodischen Weg wählen oder wischen hintem am Pad, als ob wir selbst klettern würden, abwechselnd mit der rechten und der linken Hand nach Unten. Das Ergebnis: Drake klettert emsig am Seil empor.

Zum Glück war Uncharted: Golden Abyss auf Englisch; anders war es bei Everybody’s Golf 6. Denn dieses konnte ich nur komplett in Japanisch anzocken. Jedoch ist das bei einem Sportspiel nicht so tragisch, zumal es hier keine Story gibt. Das Spiel knüpft an die Erfolge der früheren Teile an und ist zu meinem erstaunen zumindest im asiatischen Raum sehr beliebt. Doch es soll auch ein paar Europäer geben, die Golf auch mögen. Ich zumindest spiele selbst kein Golf, aber gerade weil Everybody’s Golf so putzig und spaßig ist, kommt man nur schwer drum herum, es nicht zu mögen. Für Neueinsteiger sei gesagt, dass es sich hier nicht um schnödes Golf ála Tiger Woods Golf handelt, sondern um fliegende Golfbälle mit einem Feuerschweif. Alles ist bunter und interessanter Gestaltet, als die profesionelle Golfsimulation. Sehr gerne hätte ich auch den Multiplayer-Modus getestet, allerdings hat sich das Spiel nicht mit der Lage in Europa anfreunden können. Zumal es schwer war, im Wusel der japanischen Zeichen überhaupt den Multiplayer-Modus zu finden.

Apropos Spiele, denn Sony plant sogar mit dem Remote Play großen. Diese Funktion dürften die meisten Playstation Portable-Nutzer kennen; hat uns diese Anwendung erlaubt, auf die entfernte Playstation 3-Konsole zu Hause zugreifen zu können. Mit der Vita gehen wir einen Schritt weiter. Denn bestimmte Playstation 3-Spiele können per Remote Play auf der Playstation Vita weitergezockt werden. Jedoch erst demnächst, denn die Entwickler müssen den PS3-Spielen ein entsprechendes Update spendieren, wo diese Funktion implementiert wird. Interessant wird diese Möglichkeit, wenn man unterwegs ist, jedoch noch sein Killzone 3 oder Uncharted 3 im Online-Multiplayer spielen möchte.
Fazit
Die Playstation Vita ist ein fantastisches Stück Hardware geworden und entthront alle Handhelds auf dem Markt. Jeder, der skeptisch gegenüber dem Gerät ist, sollte es zumindest einmal in die Hand nehmen, um es auszuprobieren. Der wunderbare 5″ OLED-Screen zaubert eine Grafik, die der der Playstation 3 ebenbürtig ist. Gepaart mit den neuen Steuerungsmöglichkeiten, einem 3G-Modul, den sozialen Features ist die Playstation Vita der ideale Begleiter für unterwegs als auch für zu Hause, um gemütlich auf der Couch spielen zu können. Ich gebe sie definitiv nicht mehr aus der Hand.
Falls ihr die Playstation Vita in Aktion erleben wollt, könnt ihr gerne unsere Hands-On-Videos auf Youtube angucken.










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